Die Ahnungslosigkeit
Wer kennt sie nicht: diese Momente, in denen Menschen laut reden, diskutieren und urteilen – und eigentlich keine Ahnung haben? Ob in Kommentarspalten oder sogar in politischen Debatten: Hauptsache eine Meinung haben, die Fakten sind dabei egal.
Ahnungslosigkeit wird inzwischen oft selbstbewusst nach außen getragen. Mittlerweile reicht ein kurzes Video oder eine Überschrift, um sich als Experte aufzuspielen. Und das Problem ist nicht nur die Unwissenheit selbst. Niemand kann alles wissen.
Gefährlich wird es dann, wenn Menschen keine Lust mehr haben zuzuhören, nachzufragen oder dazuzulernen. Wenn einfache Antworten besser ankommen als komplizierte Wahrheiten.
Täglich begegnet uns diese Ahnungslosigkeit: in Verschwörungserzählungen, in Hasskommentaren, in Vorurteilen gegen Menschen oder in Parolen, die laut und leer sind. Irgendwann gewöhnt man sich daran, dass Menschen reden, ohne nachzudenken. Dass Desinformationen verbreitet werden wie Werbung. Dass Lautstärke wichtiger erscheint als Wissen.
Ich möchte mich daran nicht gewöhnen und ihr solltet das auch nicht. Denn eine Gesellschaft, die stolz auf Ahnungslosigkeit ist, verliert irgendwann die Fähigkeit, Probleme wirklich zu lösen.
LH, 27.05.2026
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Hab Mut, steh auf!
Der Katholikentag in Würzburg weht noch in meinen Gedanken. Eindrücklich hat die Kirche in diesen Tagen gezeigt, dass sie der Gesellschaft etwas geben kann: Impulse und kluge Beiträge zu Demokratie, fairen Dialog, zu Klimaschutz, zu Meinungsvielfalt und Menschenwürde. Sie kann einen Raum schaffen für ernsthaftes Sprechen und ausgelassenes Feiern, für Stille im Gebet und für jubelnde Menschenmengen.
Und meine Gedanken gehen voraus zum Pfingstfest. Mögen wir doch – wie damals die Jüngerinnen und Jünger Jesu vor über 2000 Jahren – durchweht werden von dem hoffnungsvollen Geist, erfüllt mit Energie und Zuversicht.
Raus aus den Mauern.
Mitten hinein in unsere bunte, vielsprachige Welt.
Die Welt braucht uns, braucht mich, braucht dich.
Hab Mut, steh auf!
FM, 20.05.2026
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Welt-Cocktail-Tag
Am 13. Mai ist Welt-Cocktail-Tag 🍹 Trotz des mittelmäßigen Wetters im Moment kommen da doch gleich Sommer- und Urlaubsfeelings auf ☀️🏖️
Zum Thema Cocktails fiel mir etwas anderes ein: Als Teilnehmerin habe ich mal einen Kurs besucht, bei dem die Kursleiterin beim „Einchecken“ eine Cocktail-Saftbar aufgebaut hat 🫙 Sie bestand aus mehreren Glaskaraffen, in denen sich jeweils ein anderer Saft befand 🍎🍐🍌🍒🍍 Aufgrund der unterschiedlichen Farben sah dies schon sehr appetitlich aus 😋 Vor jeder Karaffe befand sich ein Schild, auf dem jeweils ein Wert zu lesen war: Liebe, Freundschaft, Ehrlichkeit, Empathie, Respekt, Gerechtigkeit und noch einiges mehr ❤️👫🌈 Aus diesen Werten sollte sich jede*r Teilnehmer*in nun einen Werte-Cocktail mixen und zwar in der Gewichtung, welcher Wert einem viel und weniger bedeutet 📊 Mit unseren gemixten Werte-Cocktails ging es dann in den Gruppenraum und ich habe bis heute noch in Erinnerung, wie köstlich mir dieser Einstieg geschmeckt hat 👍 Und wie gut es mir getan hat, die Werte vor Augen (und im Magen) zu haben, die mir wichtig sind 🙏
Beim Blick auf das aktuelle Weltgeschehen lautet daher mein heutiges Credo:
Mehr positive Werte-Cocktails für alle 🤝️
BR, 13.05.2026
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Gedenken
Diese Woche jährt sich eines der wichtigsten Ereignisse der jüngeren Menschheitsgeschichte. Am 8. Mai 1945 kapitulierte die nationalsozialistische Wehrmacht vor den „Alliierten Streitkräften“. Damit ging sowohl eines der brutalsten faschistischen Regime unter als auch der schlimmste Krieg in Europa zu Ende.
In diesem Jahr ist der 8. Mai kein Jubiläum, es ist der 81. Jahrestag der Kapitulation der Wehrmacht. Und doch ist es wichtig, auch jetzt wieder an diese Zeit zu erinnern. Es gibt kaum noch Zeitzeug*innen, die von den Gräueltaten des Nationalsozialismus berichten können. So gerät diese wichtige Erinnerungskultur in Gefahr, vergessen zu werden. Kinder und Enkel der Täter*innen und der Opfer sind mit ihren Erinnerungen zusehends allein. Die Lehren aus dieser Zeit drohen gerade immer mehr zu verblassen. Gerade deshalb sollten wir uns auf friedliche, vielfältige, demokratische und solidarische Werte besinnen, um der Dunkelheit des Gestern das Licht von morgen entgegenzutragen.
KR, 06.05.2026